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6 typische Fehler beim Logodesign (und wie man sie vermeidet)

Das Logodesign gilt als Königsdisziplin in der Gestaltung. Es ist viel mehr als nur das Aneinanderreihen von Strichen und Farbklecksen. Schon unsere Ahnen haben über grafische Symbole kommuniziert. Noch heute vermitteln wir Werte, Einstellungen und Funktionen über visuelle Gestaltungselemente. Das Logo als Vermittler von Botschaften ist das zentrale Element eines Unternehmens in der Unternehmenskommunikation nach innen und außen. Das Logo ist eine Art Flagge eines Unternehmens und kann die Wahrnehmung steigern, aber ein Logo alleine schafft noch kein erstklassiges Unternehmen.

Es gibt einige Stolpersteine im Logodesign. Wir haben die 6 größten Herausforderungen unter die Lupe genommen und zeigen euch, was zu beachten ist.

 

#1 Das Nichtbeachten der Zielgruppe

Ein Unternehmen agiert immer im Dreieck mit Kunden und Wettbewerbern. „Wir wollen uns von der Konkurrenz abheben!“ – ist eines der Unternehmensziele. Zum anderen möchte man sich profilieren und zeigen, wo die einzelnen Stärken liegen und warum man gerade bei DIESEM Unternehmen kaufen sollte. Ein Logo soll der Zielgruppe Botschaften vermitteln und sie überzeugen.

Frag‘ dich, welche Zielgruppen du bisher erreichst und welche du zukünftig erreichen möchtest. Ein Zahnarzt, der für natürliche Zähne steht und sich in seiner Kommunikation an die Zielgruppe der 40- bis 70-jährigen richtet, sollte vielleicht nicht mit Hollywood-ähnlichen künstlichen Zähnen werben.

 

#2 Die Verwendung zu vieler (unterschiedlicher) Schriftarten

Bei einer Wortmarke und Wort-Bildmarke steht die Schriftart im Vordergrund.

Unsere Augen priorisieren automatisch die Gewichtung der einzelnen Schriften und kategorisieren diese. Designer nutzen Hierarchien, um das Auge zu leiten – vom Wichtigsten zum weniger Wichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt viele Schrift-Kategorien. Die wichtigsten sind Serif, Sans-Serif, Script und Display.

1  |  Serif – Serifenschriften haben kleine “Füßchen”, die am Fuß oder Kopf eines Buchstabens angebracht sind. Sie führen das Auge des Lesers über eine imaginäre Linie und werden häufig für Publikationen verwendet. Serifenschriften wirken klassisch, traditionell und seriös.

2  |  Sans serif – Serifenlose Schriftarten haben keine feinen Querlinien und wirken moderner. Ein beliebtes Einsatzgebiet ist die Verwendung serifenloser Schriftarten im Web.

3  |  Script – Die Schreibschrift verwandelt Typografie in kunstvoll geschriebene Wörter. Das beliebte Handlettering ist das Zeichnen von Buchstaben. Eine weitere Form der Schreibschrift stellt die Kalligrafie dar. Hierbei wird mit Tusche und Metallfeder geschrieben. Bei Script-Fonts gilt: Jeder Buchstabe erhält die volle Aufmerksamkeit und Konzentration.

4  |  Display – Dekorative Schriftarten mit verzierenden Elementen wie Schnörkel, Blumen und Pfeilen lenken die Aufmerksamkeit auf sich, sollten aber in reduzierter Dosis verwendet werden.

 

Nutze Schriftarten, die sich voneinander unterscheiden – mit Bedacht auf maximal 2 bis 3 Schriftarten.

Im Zusammenspiel mit Illustrationen (Wort-Bildmarke) sollte man beachten, dass das Auge zuerst auf das grafische Element gelenkt wird. Deshalb empfiehlt es sich, zu einer reduzierteren Schriftart zu greifen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#3 Das Verwenden von nicht zueinander passenden Farben

Farbe ist eine der aufmerksamkeitsstärksten Komponenten eines Logos. Farben erzeugen Stimmungen und Atmosphäre. Sie schaffen einen Wiedererkennungswert und transportieren eine Botschaft. Wer denkt nicht bei der Telekom an das einprägsame Magenta?!

Nutze die Kraft der Farben und kreiere eine Farbpalette für dein Unternehmen. Setze dabei helle, mittlere und dunkle Farben ein.

Behalte dabei aber auch deine Zielgruppe im Blick.

Ein tolles Tool, um Farben zu bestimmen, ist Adobe Color CC. Die Importieren-Funktion ermöglicht es, aus einem Bild die passenden Farben samt Farbcodes (RGB und Hex) herauszufiltern und abzuspeichern.

Eine weitere Möglichkeit ist das Erstellen einer Farbpalette mit Adobe Illustrator. Das Pipetten-Werkzeug ist geeignet für das Herausziehen von Farben aus inspirierenden Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#4 Zu detailverliebt

Ein beliebtes Zitat von Kurt Weidemann lautet: „Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“

Manchmal ist weniger mehr und ein Logo muss nicht alle kleinen Details des Leistungsspektrums zeigen. Das Auge wird hierbei eher verwirrt als gelenkt. Die Hierarchie und Gewichtung spielt bei der Wahl der Details eine wichtige Rolle. Auch sollte ein Logo auf einer Größe von ca. 2 x 2 cm funktionieren. Ein Schlagschatten hier, 3D-Optik da, etwas Transparenz, gepaart mit Farbverläufen und einer dekorativen Schriftart, sind manchmal „too much“.

Schlichtheit ist deshalb von zentraler Bedeutung im Logodesign. Täglich umgiebt uns eine Vielzahl von Botschaften, die unser Gehirn filtert und kategorisiert. Die Herausforderung an den Designer ist es, das Logo auf die wesentlichen Kernbotschaften zu reduzieren.

 

#5 Nicht „outside the box“-denkend

Genaue Vorstellungen zu haben, ist gut. Sich bereits vorab in imaginäre Schranken zu verweisen, unterbindet Kreativität und die Möglichkeiten, ein einzigartiges Logo zu gestalten. Denke in Metaphern. Sei kreativ! Im ersten Step sammle Ideen ohne diese zu bewerten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#6 Die liebe Technik außer Acht lassen

Das Logo ist fertig, der Kunde ist zufrieden und nun geht es um die Umsetzung. Ein Logo, das ein Bild beinhaltet, lässt sich nicht ideal auf verschiedene Kommunikationsmittel übertragen. Das Logo muss den Alltagstest bestehen und genauso gut auf einem Kugelschreiber wie auf einem 18/1-Großflächenplakat funktionieren. Farbverläufe und aufwendige Techniken lassen sich häufig nicht in allen Produktionsprozessen darstellen.

Gestalte das Logo als Vektorgrafik, um eine Skalierbarkeit ohne Verzerrung zu gewährleisten. Anschließend empfiehlt es sich, das Logo in die gängigen Dateiformate zu konvertieren. Achte auch hierbei auf die Farbsysteme; RGB für Monitordarstellung und CMYK für den Druck.

Definiere einen Weißraum um das Logo herum. Damit stellst du sicher, dass das Logo nicht am Rand „klebt“ und die nötige Aufmerksamkeit bekommt.